Wenn im Spätsommer und Herbst die Trauben im eigenen Garten reif sind, stellt sich irgendwann die Frage: Wohin mit der ganzen Ernte?
Bei uns war es dieses Jahr tatsächlich ein riesiger Eimer voller heller Trauben – viel zu viele, um sie einfach nur direkt vom Stock zu naschen.
Einen Teil davon habe ich bereits zu selbst gemachtem Traubensaft verarbeitet. Aber weil ich es liebe, saisonale Lebensmittel aus dem eigenen Garten zu verarbeiten und für später haltbar zu machen, durfte natürlich noch ein zweites Rezept aus unserer Traubenernte entstehen: selbst gemachtes Traubengelee.
Dafür brauchst du keinen Entsafter und auch Trauben mit Kernen kannst du problemlos verwenden. Zuerst wird aus den frischen Trauben ein aromatischer Trauben-Grundsaft gekocht. Die Trauben werden dafür mit etwas Wasser erhitzt, zerstampft und anschließend durch ein feines Sieb oder Passiertuch abgeseiht. Kerne und Schalen bleiben dabei ganz einfach zurück.
Aus dem gewonnenen Grundsaft entsteht anschließend mit Gelierzucker 2:1 und etwas Zitronensaft ein wunderbar fruchtiges Traubengelee. Das kannst du entweder ganz klassisch im Topf oder mit dem Thermomix zubereiten.
Und genau solche Rezepte mag ich besonders: Im eigenen Garten ernten, verarbeiten und Monate später beim Frühstück ein Glas öffnen und noch einmal ein kleines bisschen von der eigenen Traubenernte genießen. 🤎

Traubengelee selber machen – einfaches Rezept aus frischen Trauben
Kochutensilien
- 1 großer Kochtopf
- 1 Kartoffelstampfer
- 1 feines Sieb
- 4 saubere sterilisierte Schraubgläser
- 1 Trichter
Zutaten
Für den Trauben-Grundsaft
- 1-2 kg helle Trauben
- 120 ml Wasser
Für das Traubengelee
- 750 ml Trauben-Grundsaft
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 2 EL Zitronensaft
Anleitungen
Zubereitung klassisch
- Trauben vorbereiten: Die Trauben von den groben Stielen zupfen, gründlich waschen und schlechte Früchte aussortieren. Die Kerne können in den Trauben bleiben.
- Grundsaft kochen: Die Trauben zusammen mit 120 ml Wasser in einen großen Topf geben und aufkochen. Anschließend bei mittlerer Hitze etwa 15–20 Minuten köcheln lassen, bis die Trauben weich sind und aufplatzen.
- Trauben zerstampfen: Während des Kochens die weichen Trauben mit einem Kartoffelstampfer gründlich zerdrücken, damit möglichst viel Saft austritt.
- Grundsaft abseihen: Die Traubenmasse durch ein feines Sieb oder Passiertuch in eine Schüssel abseihen. Anschließend 750 ml Trauben-Grundsaft abmessen.
- Traubengelee kochen: 750 ml Trauben-Grundsaft zusammen mit 500 g Gelierzucker 2:1 und 2 EL Zitronensaft in einen ausreichend großen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Sobald die Masse sprudelnd kocht, das Traubengelee unter ständigem Rühren 4 Minuten sprudelnd weiterkochen.
- Gelierprobe machen: Einen kleinen Klecks Gelee auf einen kalten Teller geben. Wird das Gelee beim Abkühlen fest, kann es abgefüllt werden.
- Abfüllen: Das heiße Traubengelee sofort in saubere, sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Zubereitung mit dem Thermomix
- Den Trauben-Grundsaft wie oben beschrieben im großen Kochtopf herstellen, da die Menge der Trauben für den Thermomix zu groß ist.
- 750 ml Trauben-Grundsaft, 500 g Gelierzucker 2:1 und 2 EL Zitronensaft in den Mixtopf geben und 10 Sek. | Stufe 4 vermischen.
- Anschließend 12 Min. | 100 °C | Stufe 2 erhitzen.
- Sobald die Masse sprudelnd kocht, weitere 4 Min. | 100 °C | Stufe 2 kochen.
- Eine Gelierprobe machen. Sollte das Gelee noch nicht ausreichend gelieren, nochmals 1–2 Min. | 100 °C | Stufe 2 weiterkochen.
- Das heiße Traubengelee sofort in saubere, sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Video
Notizen
- Je nach Sorte und Reifegrad kann die Saftausbeute der Trauben etwas variieren. Für das Gelee werden 750 ml fertiger Grundsaft benötigt.
- Für ein klareres Gelee den Grundsaft durch ein feines Sieb oder Passiertuch abtropfen lassen und die Traubenmasse nicht zu stark ausdrücken.
- Sauberkeit bei Gläsern und Verschlüssen ist für die Haltbarkeit besonders wichtig.
💡 Tipps und Tricks zu Traubengelee selber machen
Trauben mit Kernen verwenden: Du musst die Trauben vor der Verarbeitung nicht entkernen. Kerne und Schalen bleiben beim Kochen dabei und werden anschließend zusammen mit den festen Bestandteilen abgesiebt.
Trauben gut zerstampfen: Sobald die Früchte beim Kochen weich werden und aufplatzen, solltest du sie mit einem Kartoffelstampfer gründlich zerdrücken. So kann möglichst viel Saft austreten.
Für klares Traubengelee: Lass die gekochte Traubenmasse möglichst in Ruhe durch ein feines Sieb oder Passiertuch abtropfen. Drückst du sie sehr stark aus, gelangen mehr Trübstoffe in den Grundsaft.
Grundsaft genau abmessen: Für das Rezept benötigst du 750 ml Trauben-Grundsaft. Die tatsächliche Saftausbeute kann je nach Traubensorte und Reifegrad etwas variieren.
Gelierprobe nicht vergessen: Gib nach der Kochzeit einen kleinen Klecks des heißen Gelees auf einen kalten Teller. Wird er beim Abkühlen fest, kannst du das Traubengelee abfüllen.
Sauber arbeiten: Verwende saubere, sterilisierte Gläser und Verschlüsse und fülle das Traubengelee direkt nach dem Kochen heiß ab. So schaffst du gute Voraussetzungen für eine lange Haltbarkeit.
✨ Varianten von Traubengelee selber machen
Mit dunklen Trauben: Das Traubengelee funktioniert natürlich auch mit roten oder dunklen Trauben. Dadurch verändern sich Farbe und Aroma des fertigen Gelees.
Mit Zitrone: Wenn deine Trauben besonders süß sind, kannst du die Menge an Zitronensaft etwas erhöhen. Die Säure bildet einen schönen Kontrast zur natürlichen Süße der Trauben.
Mit Gewürzen: Für eine herbstliche Variante kannst du beim Kochen beispielsweise etwas Zimt oder Vanille ergänzen. Dabei würde ich sparsam dosieren, damit der Geschmack der Trauben im Vordergrund bleibt.
Grundsaft direkt weiterverwenden: Wenn du mehr Trauben-Grundsaft kochst, musst du natürlich nicht alles zu Gelee verarbeiten. Einen Teil kannst du als selbst gemachten Traubensaft genießen – am liebsten mit Eis und Mineralwasser als Schorle. 🍇
❓ Häufige Fragen zu Traubengelee selber machen
Ja, auch Trauben mit Kernen eignen sich wunderbar für selbst gemachtes Traubengelee. Du musst die Trauben vorher nicht entkernen. Sie werden zusammen mit den Kernen und Schalen gekocht und anschließend durch ein feines Sieb oder Passiertuch abgeseiht. Für das Gelee verwendest du nur den gewonnenen Trauben-Grundsaft.
Die groben Stiele solltest du vor dem Kochen entfernen, da größere Mengen davon einen herben oder leicht bitteren Geschmack abgeben können. Einzelne kleine Stielreste sind dagegen kein Problem.
Wenn Traubengelee nicht fest wird, kann das verschiedene Gründe haben. Wichtig sind das richtige Verhältnis von Saft und Gelierzucker sowie eine ausreichend lange sprudelnde Kochzeit. Mach nach dem Kochen eine Gelierprobe. Ist das Gelee noch zu flüssig, kannst du es noch einmal kurz weiterkochen.
Sauber abgefülltes und richtig verschlossenes Traubengelee lässt sich ungeöffnet in der Regel mehrere Monate kühl, trocken und dunkel lagern. Nach dem Öffnen solltest du das Glas im Kühlschrank aufbewahren und das Gelee zeitnah verbrauchen.
Lust auf mehr?
Du liebst es genauso wie ich, saisonales Obst zu verarbeiten und für später haltbar zu machen? Dann probiere unbedingt auch diese Rezepte:
Traubensaft selber machen: Die perfekte Ergänzung zu diesem Rezept. Aus frischen Trauben entsteht ganz ohne Entsafter ein wunderbar fruchtiger Grundsaft, den du pur oder als Schorle genießen kannst.
Holunderbeeren-Gelee selber machen: Wenn die Holunderbeeren reif sind, kannst du daraus ein wunderbar fruchtiges Gelee für dein Frühstück zubereiten.
Mirabellenmarmelade selber machen: Eine meiner liebsten Möglichkeiten, reife Mirabellen zu verarbeiten und den Geschmack des Sommers im Glas zu bewahren.
Aprikosenmarmelade selber machen: Fruchtig, sommerlich und herrlich unkompliziert – perfekt, wenn du reife Aprikosen zu einem süßen Vorrat verarbeiten möchtest.
Ich liebe es einfach, wenn aus etwas, das direkt im eigenen Garten gewachsen ist, am Ende ein kleiner Vorrat für die nächsten Monate entsteht. 🍇🤎 Gerade bei einer großen Traubenernte ist dieses selbst gemachte Traubengelee eine wunderbare Möglichkeit, viele Trauben auf einmal zu verarbeiten.
Und spätestens wenn ich irgendwann morgens ein Glas davon öffne und das Gelee auf frischem Brot genießen kann, hat sich die Arbeit gleich doppelt gelohnt. Ein kleines Stück Spätsommer im Glas – genau solche Rezepte mag ich besonders.
Wenn du mein Traubengelee ausprobierst, freue ich mich riesig über dein Feedback. Schreib mir gerne in die Kommentare, wie es dir geschmeckt hat und ob du dafür Trauben aus dem eigenen Garten verwendet hast. 🤎
🍇 Wissensteaser: Schon gewusst?
Weintrauben gehören für mich einfach zum Spätsommer und frühen Herbst. Regional angebaute Trauben bekommst du vor allem von August bis Oktober – genau die richtige Zeit also, um größere Mengen zu verarbeiten und haltbar zu machen. 🍇
Dabei sind Trauben unglaublich vielseitig: Du kannst sie natürlich direkt naschen, aber auch zu Saft oder Gelee verarbeiten oder trocknen. Je nach Sorte unterscheiden sich Farbe, Süße und Aroma – deshalb kann auch dein selbst gemachtes Traubengelee jedes Mal ein bisschen anders schmecken. Knollenliebe
Noch mehr Wissenswertes über Weintrauben, ihre Herkunft, Inhaltsstoffe und Verwendung findest du bei meinem Kooperationspartner Knollenliebe:

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
Einfach geniale Idee!
Tolles Rezept