Wenn die Holunderbeeren im Spätsommer tiefdunkel am Baum hängen, ist der perfekte Zeitpunkt gekommen, um sie zu ernten und zu verarbeiten.
Unser eigener Holunderbaum im Garten hat dieses Jahr besonders viele Beeren getragen und nachdem aus einem Teil der Ernte bereits mein Holunderbeerensirup entstanden ist, wollte ich aus dem restlichen Grundsaft unbedingt noch Holunderbeeren-Gelee selber machen.
Die Grundlage für das Gelee ist selbst gekochter Holunderbeerensaft. Dafür werden die reifen Beeren zunächst von den Dolden gelöst, gründlich gewaschen und zusammen mit Wasser gekocht. Anschließend werden die Beeren durch ein feines Sieb gegeben und der intensiv dunkle Saft aufgefangen. Wichtig ist dabei, die Holunderbeeren ausreichend zu erhitzen und nicht roh zu verzehren.
Aus dem fertigen Holunderbeerensaft wird dann mit Gelierzucker 2:1 und etwas Zitronensaft ein wunderbar fruchtiges Gelee. Der Geschmack ist intensiv fruchtig, leicht herb und passt für mich besonders gut zu einem klassischen Frühstück mit frischem Brot oder Brötchen und etwas Butter.
Das Holunderbeeren-Gelee lässt sich sowohl klassisch im Kochtopf als auch im Thermomix zubereiten. Ich habe mein Gelee im Thermomix gekocht und dabei gewartet, bis die Masse wirklich sprudelnd kocht. Anschließend wird sie noch vier Minuten weitergekocht, bevor eine Gelierprobe gemacht und das heiße Gelee direkt in sterile Gläser gefüllt wird.
So lässt sich ein Teil der Holunderbeerenernte wunderbar für die kommenden Wochen und Monate haltbar machen. Und gerade wenn der eigene Baum auf einmal voller reifer Beeren hängt, finde ich solche einfachen Rezepte besonders praktisch: Aus dem gleichen Grundsaft lassen sich gleich mehrere unterschiedliche Rezepte zubereiten.
Holunderbeeren-Gelee selber machen
Kochutensilien
- 1 großer Kochtopf
- 1 feines Sieb
- 1 Schüssel oder Topf
- 1 Küchenwaage
- 6 sterile Schraubgläser
- 1 Thermomix optional
Zutaten
Für den Holunderbeerensaft
- 750 g reife Holunderbeeren von den Dolden gelöst
- 750 ml Wasser
Für das Holunderbeeren-Gelee
- 750 ml Holunderbeerensaft
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 20 g Zitronensaft
Anleitungen
Klassische Zubereitung
- Holunderbeeren vorbereiten: Die reifen Holunderbeeren mit einer Gabel von den Dolden lösen. Unreife grüne oder rote Beeren sowie grobe Stiele sorgfältig aussortieren. Anschließend die Beeren gründlich waschen.
- Holunderbeerensaft kochen: 750 g Holunderbeeren zusammen mit 750 ml Wasser in einen großen Topf geben. Alles aufkochen und anschließend etwa 20 Minuten köcheln lassen, sodass die Holunderbeeren vollständig durchgegart sind.
- Grundsaft abseihen: Die gekochten Holunderbeeren durch ein feines Sieb geben und den Saft auffangen. Für das Gelee anschließend 750 ml Holunderbeerensaft abmessen.
- Gelee kochen: 750 ml Holunderbeerensaft mit 500 g Gelierzucker 2:1 und 20 g Zitronensaft in einen ausreichend großen Topf geben. Unter Rühren aufkochen.
- Sprudelnd kochen: Sobald die Masse sprudelnd kocht, das Holunderbeeren-Gelee weitere 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und dabei regelmäßig umrühren.
- Gelierprobe machen: Etwas von der heißen Masse auf einen kalten Teller geben und kurz abkühlen lassen. Wird das Gelee fest, ist es fertig.
- Abfüllen: Das heiße Holunderbeeren-Gelee sofort in saubere, sterile Gläser füllen und fest verschließen. Anschließend vollständig abkühlen lassen.
Zubereitung im Thermomix
- Grundsaft vorbereiten: Die Holunderbeeren wie bei der klassischen Zubereitung vorbereiten und den Grundsaft im Kochtopf herstellen. Anschließend 750 ml Holunderbeerensaft abmessen.
- Zutaten einfüllen: 750 g Holunderbeerensaft, 500 g Gelierzucker 2:1 und 20 g Zitronensaft in den Mixtopf geben.
- Vermischen: 10 Sek. / Stufe 3 vermischen.
- Gelee aufkochen: 18 Min. / 100 °C / Stufe 2 kochen, bis die Masse sprudelnd kocht.
- Sprudelnd weiterkochen: Anschließend weitere 4 Min. / 100 °C / Stufe 2 sprudelnd kochen lassen.
- Gelierprobe machen: Etwas von dem heißen Gelee auf einen kalten Teller geben und kurz abkühlen lassen. Wird es fest, ist das Holunderbeeren-Gelee fertig.
- Abfüllen: Das heiße Gelee sofort in saubere, sterile Gläser füllen, fest verschließen und vollständig abkühlen lassen.
Video
Notizen
- Nur vollständig reife, dunkelviolette bis schwarze Holunderbeeren verwenden. Unreife Beeren und grobe Stiele aussortieren.
- Holunderbeeren nicht roh verzehren, sondern vor der Weiterverarbeitung ausreichend erhitzen.
💡 Tipps und Tricks zu Holunderbeeren-Gelee selber machen
- Nur reife Holunderbeeren verwenden: Verwende ausschließlich vollständig ausgereifte, dunkelviolette bis schwarze Beeren. Grüne oder rötliche Beeren und grobe Stiele solltest du vor der Verarbeitung sorgfältig aussortieren.
- Beeren mit einer Gabel lösen: Mit einer normalen Gabel lassen sich die kleinen Holunderbeeren besonders einfach von den Dolden streifen.
- Holunderbeeren ausreichend erhitzen: Holunderbeeren sollten nicht roh gegessen werden. Koche sie für den Grundsaft ausreichend lange, bevor du den Saft für das Gelee weiterverarbeitest.
- Saft sorgfältig abseihen: Gib die gekochten Beeren durch ein feines Sieb, damit du einen möglichst klaren Holunderbeerensaft als Grundlage für dein Gelee erhältst.
- Auf das sprudelnde Kochen achten: Die vier Minuten Kochzeit für das Gelee beginnen erst, wenn die Masse wirklich sprudelnd kocht.
- Gelierprobe machen: Gib vor dem Abfüllen eine kleine Menge Gelee auf einen kalten Teller. Wird sie beim Abkühlen fest, kannst du das Gelee in die vorbereiteten Gläser füllen.
- Gläser vorbereiten: Stelle die sauberen, sterilen Gläser bereits vor dem Kochen bereit, damit du das fertige Holunderbeeren-Gelee direkt heiß abfüllen kannst.
✨ Varianten von Holunderbeeren-Gelee selber machen
- Mit etwas mehr Zitrone: Wenn du dein Holunderbeeren-Gelee etwas säuerlicher magst, kannst du beim Servieren ein wenig Zitronenabrieb dazu kombinieren.
- Zum Frühstück: Klassisch schmeckt das Holunderbeeren-Gelee besonders gut auf einem frischen hellen Brötchen oder Brot mit Butter.
- Zu Joghurt: Das fruchtige Gelee kannst du auch als süße Ergänzung zu Naturjoghurt verwenden.
❓ Häufige Fragen zu Holunderbeeren-Gelee selber machen
Nein, Holunderbeeren sollten nicht roh gegessen werden. Für das Holunderbeeren-Gelee werden die Beeren deshalb zunächst mit Wasser gekocht und erst anschließend zu Holunderbeerensaft weiterverarbeitet.
Holunderbeeren sind je nach Standort meist im Spätsommer reif. Für das Gelee solltest du nur vollständig ausgereifte, dunkelviolette bis schwarze Beeren verwenden und grüne oder rötliche Beeren aussortieren.
Wichtig ist, dass die Mischung aus Holunderbeerensaft und Gelierzucker wirklich sprudelnd kocht. Ab diesem Zeitpunkt wird sie noch vier Minuten gekocht und anschließend eine Gelierprobe gemacht.
Fülle das fertige Holunderbeeren-Gelee direkt heiß in saubere, sterile Gläser und verschließe sie sofort. Ein geöffnetes Glas solltest du anschließend im Kühlschrank aufbewahren.
Lust auf mehr?
Wenn du saisonale Früchte gerne selbst verarbeitest und haltbar machst, findest du auf meinem Blog noch weitere Rezepte für Marmeladen, Gelees und fruchtige Sirupe.
Meine Mirabellenmarmelade ist perfekt, wenn im Sommer viele reife Mirabellen verarbeitet werden wollen. Sie schmeckt wunderbar fruchtig und passt genauso wie das Holunderbeeren-Gelee perfekt auf ein frisches Frühstücksbrötchen.
Auch die Aprikosenmarmelade bringt den Geschmack reifer Sommerfrüchte ins Glas. Sie wird mit Gelierzucker 2:1 zubereitet und gelingt sowohl klassisch im Topf als auch im Thermomix.
Wenn du noch mehr Holunderbeeren zu verarbeiten hast, probiere unbedingt meinen Holunderbeerensirup. Für Sirup und Gelee kannst du zunächst den gleichen Holunderbeerensaft herstellen und daraus direkt zwei unterschiedliche Rezepte zubereiten.
Und wenn du fruchtige Beerenrezepte magst, ist mein Brombeersirup ebenfalls eine schöne Idee. Mit Mineralwasser, etwas Zitronensaft und Eiswürfeln wird daraus eine erfrischende Brombeerlimonade.
Holunderbeeren aus dem eigenen Garten zu verarbeiten, gehört für mich inzwischen einfach zum Spätsommer dazu. Nach dem Holunderbeerensirup ist dieses Holunderbeeren-Gelee eine weitere richtig schöne Möglichkeit, die reifen Beeren zu nutzen und ihren besonderen Geschmack noch ein bisschen länger zu genießen.
Mit selbst gekochtem Holunderbeerensaft, Gelierzucker und etwas Zitrone lässt sich das Holunderbeeren-Gelee selber machen und anschließend wunderbar auf Vorrat aufbewahren. Für mich schmeckt es am besten ganz klassisch zum Frühstück auf einem frischen Brötchen mit Butter – einfach, fruchtig und richtig lecker.
Wenn du das Rezept ausprobiert hast, freue ich mich sehr über deine Bewertung oder einen Kommentar unter dem Beitrag. Und für noch mehr einfache und saisonale Rezeptideen findest du mich natürlich auch auf Instagram unter @inthekitchenwithsina. 🍇💗